Am Dienstagabend traf sich der Reinickendorfer AfD-Bezirksverband im Restaurant Maestral am Eichborndamm. Hinter dem als „Stammtisch“ angekündigten Treffen ging es jedoch nicht nur um geselliges Beisammensein: Nach Angaben der Partei sollte der Aufbau eines Berliner Ablegers ihrer neuen Jugendorganisation „Generation Deutschland“ vorangetrieben werden.

Vor dem Lokal versammelten sich eine Gruppe, um gegen das Treffen zu protestieren. Zwei Aktivist*innen betraten das Restaurant und setzten sich auf den Boden, während weitere Demonstrierende den Eingangsbereich mit einem Transparent blockierten. Die Polizei verhinderte, dass sich weitere Menschen Zugang zum Lokal verschafften, und trug die beiden Sitzblockierenden schließlich aus dem Restaurant.
Im Anschluss wurden die übrigen Demonstrierenden auf die gegenüberliegende Straßenseite verwiesen.
Brisant ist vor allem der Anlass des Treffens. Mit der „Generation Deutschland“ versucht die AfD, ihre Nachwuchsarbeit neu aufzustellen. Die Organisation entstand, nachdem die „Junge Alternative“ aufgelöst worden war. Diese war zuvor vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft worden.
Dass die Neugründung einen bloßen Neustart darstellen soll, sehen viele Kritiker skeptisch. Führende Vertreter der „Generation Deutschland“ stehen seit Jahren wegen ihrer Verbindungen in die extreme Rechte in der Kritik. So wurden dem Bundesvorsitzenden Jean-Pascal Hohm Kontakte zur sogenannten Identitären Bewegung um Martin Sellner nachgesagt – einer Gruppierung, mit der die AfD auf Bundesebene offiziell nicht zusammenarbeiten darf.
Die Proteste in Reinickendorf reihen sich damit in eine bundesweite Entwicklung ein: Wo die AfD versucht, ihre Strukturen auszubauen und insbesondere junge Menschen anzusprechen, regt sich vielerorts Widerstand. Bereits die Gründungsveranstaltung der „Generation Deutschland“ in Gießen wurde von zahlreichen Gegenprotesten begleitet.